Angeln in Norwegen

Hitra an der Westküste 2008

   

Mapa EuropyVierte Angelreise nach Hestnes auf der norwegischen Insel Hitra.
26 April - 4 Mai 2008.

Hitra liegt vor der Westküste Norwegens, ca. 600 km nord-westlich von Oslo und ca. 120 km westlich von Trondheim. Angeltechnisch ist es ein der interessantesten Plätze Norwegens für einen "normalen" Europäer. Noch weiter nach Norden, wo es bestimmt noch mehr Fische gibt, ist es einfach zu weit (für mich jedenfalls...)

Es ist schon achte Angelreise nach Norwegen, gleichzeitig die 5-te auf die Insel Hitra,in die gleiche Hütte zu den netten und gastfreundlichen Norwegen Karen-Sofie Mjelva und Terje Hestnes (von seinem Namen Hestnes kommt auch der Name des Weilers her). Reise selbst: zuerst aus Dortmund 850 km über Dänemark ganze Nacht durch, 10:30 bis 18:00 Uhr auf der Fähre Hirtshals-Oslo, schließlich 630 km aus Oslo nach Hestnes, wo wir diesmal um 4:50 Uhr morgens ankommen. Diesjährige Reise war die fischreichste, vielleicht auch deshalb, weil wir die Gewässer mittlerweile wie unsere Westentasche kennen.

ColorLine, mit der Fähre sind wir von Dänemark nach Norwegen gefahren:

Wir fahren zu acht - die erste Gruppe: Paul, Zenek, Marek, Martin und Christoph, die zweite Gruppe: ich, Norbert und Andreas..

Natürlich, statt zu schlafen, gehen wir alle zum Steg. Ein schöner Auftakt: wir fangen gleich einige Pollacks. Nicht groß, für die Pfanne exakt richtig! Das Wetter ist fast die ganze Woche in Ordnung. Morgens wenig Wind, dann 4-5 m/s, also OK! Erst am Mittwoch wird es richtig windig, 12 m/s. Dann versuchen wir im geschützten Fjord, die Fische sind dann allerdings auch nicht zu überzeugen. Die ganze Woche regnet es nicht, es gibt noch keine Mücken. Super!

Auf diesem Boot war Andreas Kapitän und Steuermann in einer Person:

 

Von links: Marek, Christoph, Andreas, Martin, Zenek, Norbert, Artur, Paul

Wir haben zur Verfügung drei 19 Fuß Boote mit 15 PS Motoren. Wie in den vorherigen Jahren (Hitra 2002, Hitra 2003 i Hitra 2004) hat sich eigentlich nicht viel geändert. Und das ist gut so! Wir erfahren, dass Karen-Sofje dieses Jahr die Ferienwohnungen schließen möchte. Zum Glück ist diese Information nicht wahr!

Solche Boote haben wir zur Verfügung:

Wir haben diesmal viel Glück mit den Fischen, besonders Dorsche sind noch in der Jahreszeit (Ende April) im Fjord geblieben, und dazu einige schwere! Es gibt noch keine Köhler, in den letzten Jahren fingen wir viele (aber leider meistens sehr kleine). Zum ersten Mal haben wir Glück und fangen viele schöne Pollacks (in Deutschland als Alaska-Seelachse bekannt).

Marek fing diesen Dorsch direkt im Fjord, vor der Haustür, von links: Christoph, Marek, Martin

Norbert mit Pollack (links) und Dorsch (rechts)

Am ersten Tag, das ist Samstag der 26 April, fahren wir mit den Booten um 9 Uhr raus. Schon im Fjord unweit unserer Hüte fangen wir viele Dorsche. Trotzdem fahren wir 10 km raus, noch hinter die vorgelagerte Insel Torsoya. Unsere Kisten sind schnell voll mit schönen Dorschen und Pollacks. Zurück erst um 17 Uhr, wir sind alle sehr müde aber glücklich. Trotzdem erwartet uns noch 3 Stunden am Filetiertisch. Am Abend gibt es natürlich gebratenen Fisch, bei einem (na gut, zwei oder drei) Glas Wein lassen wir den ersten schönen Tag ausklingen. Wir schlafen diese Nacht wie Bären, trotz allgemeines Geschnarches.

Martin und Paul (Sohn mit Papa) mit einem schönen Dorsch

Die folgenden Tage sind ebenso gut. Erst Mittwoch und Donnerstag dreht der Wind auf Ost und... die Fische hören auf zu beißen. Wir probieren die besten Kunststücke und Anglertricks.... nichts! Zu dritt fangen wir nach mehreren Stunden nur einen kleinen Dorsch. Am Donnerstag fahren Paul mit seiner Gruppe sehr früh morgens aufs Meer und... unglaublich: sie fangen eine ganze Kiste voll gute Dorsche. Nicht zu fassen! Als wir zu dritt um 9 Uhr aus dem Fjord rauskommen, beißen die Fische nicht mehr. Wie war der Spruch? "Dem Morgenstund springen Dorsche von selbst ins Boot..."? Oder so ähnlich!

Norbert und Andreas mit schönen Pollacks (an einem anderen Tag)

Am Donnerstag erfahren wir, dass vor Bessaker vier deutsche Angler ertrinken. das ist um die 100 km nord-östlich von uns. Eine große Tragödie.

Dorsch, den Norbert hält, war fast 1 m lang:

Andreas träumt die ganze Woche von einem Heilbutt. Am Freitag vor der Abreise ist die letzte Chance dazu. Und... wir fangen tatsächlich einen. Leider nicht Andreas kann sich damit rühmen. Norbert hat den Heilbutt in sehr geringer Tiefe von ca. 10 Meter (5 Meter über dem Grund) auf einen kleinen Pilker gekriegt. Heilbutt ist eine nicht nur anglerisch gesehen  geschätzte Beute, sondern auch ein edler Speisefisch. Ich muss bestätigen, der Fisch war gebraten erste Sahne!

Der Heilbutt von Norbert wog 3 kg. Die größten bisher in Norwegen gefangenen brachten
200-300 kg auf die Waage bei 2-3 Meter Länge.

Andreas war zum ersten Mal in Norwegen, hat aber die größten Pollacks erbeutet:




Und hier die besten Gastgeber der Welt: Terje und Karen-Sofie - sie ist Ärztin auf Hitra und beherrscht perfekt englisch und deutsch

Kosten der Reise? Pro Gruppe haben wir ausgegeben: 270 Euro für die Fähre, 700 Euro für die Hütte, Reisebenzin 220 Euro, Bootsbenzin 100 Euro, Mautgebühren 50 Euro, Essen und Alkohol 250 Euro. Pro Person haben wir also insgesamt ca. 400-500 Euro ausgegeben. Diesmal brauchten wir wenig für die Angelausrüstung bezahlen, schließlich haben wir vor einigen Jahren Pilker für die nächsten 30 Jahre gekauft...

Über die Strasse E3 (mehr bewaldet als die E6 und auch kürzer) sind wir zurück nach Oslo gefahren. Mit kleinen Pausen sind wir nach über 10 Stunden im Hafen von Oslo angekommen. Die Nacht sind wir auf der Fähre durchgeschlafen. Um 8 Uhr morgens in Hirtshals, dann über Dänemark nach Dortmund, Gelsenkirchen, Gladbeck (wir sind alle aus dem Ruhrgebiet). Ab Münster gab es einige Staus, wie es oft nach langem Wochenende hier ist... zu Hause bin ich also erst um 18 Uhr gewesen. Die Fische waren noch tief eingefroren.

Ein abendlicher Blick von der Fähre in den Oslofjord hinein:

Für 2009 planen wir die nächste Angelreise schon auf der Fähre. Wir kommen wieder, Norwegen!

Artur